Berner Studie zur Frühbelastung nach Fersenbeinbruch
Patient:innen mit einem Fersenbeinbruch (Calcaneusfraktur) könnten künftig deutlich früher wieder auf die Beine kommen
Eine aktuelle Studie des Universitätsspitals Bern (Inselspital) zeigt, dass die Entlastungsorthese Heel-Unloader vom ORTHO-TEAM eine sichere Alternative zur herkömmlichen Gipsbehandlung darstellt und eine frühzeitige Vollbelastung ermöglicht, ohne die Heilung zu gefährden.
Fersenbeinbrüche zählen zu den schwersten Verletzungen des Fusses und betreffen häufig Menschen im erwerbsfähigen Alter. Bisher galt eine lange Ruhigstellung mit Gips und eingeschränkter Belastung über mehrere Wochen als Standardtherapie. Diese Vorgehensweise kann jedoch zu Muskelabbau, Gelenksteifigkeit und einem Verlust an Mobilität führen.
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Vergleich von Orthese und Gips
Das Forschungsteam um Dr. Verena Hecht analysierte rückblickend die Daten von 101 Fersenbeinfrakturen, die zwischen 2014 und 2025 am Inselspital behandelt wurden. Dabei wurden zwei Behandlungsformen verglichen:
- Klassische Gipsbehandlung mit schrittweiser Teilbelastung
- Spezielle Heel-Unloader-Orthese mit früher Vollbelastung nach vier Wochen Ruhigstellung
- Die Orthese entlastet die Ferse gezielt, indem sie das Körpergewicht auf Mittel- und Vorfuss sowie den Unterschenkel verteilt. Dadurch können Betroffene früher gehen und alltägliche Aktivitäten wieder aufnehmen.
Gleich gute Heilungsergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass sich beide Gruppen hinsichtlich der Knochenheilung praktisch nicht unterschieden. Entscheidend war dabei der sogenannte Böhler-Winkel, ein wichtiger radiologischer Messwert zur Beurteilung der Fersenbeinhöhe und Frakturstabilität. Nach zwölf Wochen zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen Orthese und Gips. Die statistische Auswertung bestätigte sogar die Gleichwertigkeit beider Verfahren.
Auch bei Schmerzen, Beweglichkeit des Sprunggelenks, Komplikationen und dem Auftreten von Arthrose im unteren Sprunggelenk ergaben sich keine relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
Mehr Mobilität ohne zusätzliches Risiko
Nach Einschätzung der Forschenden sprechen die Ergebnisse dafür, dass eine frühe Vollbelastung mit der Heel-Unloader-Orthese die Frakturstabilität nicht beeinträchtigt. Gleichzeitig profitieren Patientinnen und Patienten von einer früheren Mobilisierung und möglicherweise einer schnelleren Rückkehr in den Alltag.
„Die Orthese ermöglicht eine sichere Frühmobilisation, ohne das Risiko einer sekundären Fehlstellung zu erhöhen“, lautet das Fazit der Autoren.
Bedeutung für die Praxis
Die Berner Studie liefert wichtige Hinweise für die zukünftige Behandlung von Fersenbeinfrakturen. Zwar weisen die Forschenden darauf hin, dass weitere Untersuchungen zu Langzeitergebnissen und zur Rückkehr in den Beruf notwendig sind. Dennoch könnte die Heel-Unloader-Orthese insbesondere für ältere Menschen oder Patient:innen, bei denen eine schnelle Mobilisierung wünschenswert ist, eine attraktive Alternative zur traditionellen Gipsbehandlung darstellen.
Quelle: Studie des Inselspitals Bern, veröffentlicht 2026 in Foot & Ankle Orthopaedics
Die Heel-Unloader-Orthese ist an allen ORTHO-TEAM Standorten verfügbar. Wir beraten Sie gerne.




